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Über
das Bergsteigen
Diese Gedanken übers Bergsteigen stammen aus
meiner Hausarbeit aus Geographie und Wirtschaftskunde und Soziologie,
die ich für die Lehramtsprüfung geschrieben habe. Wer
Zeit und Lust hat kann sich mit mir auf diese Gedankenreise begeben.
Zwei Kapitel, „Soziologische Aspekte des Bergsteigens“
und „Warum Menschen in den Bergen glücklich sind“,
sind hier veröffentlicht.
Viel Unterhaltung wünscht
Jürgen Wolf, Hüttenwirt Kaiserjochhaus
Soziologische Aspekte des Bergsteigens
In diesem Kapitel werde ich von Erfahrungen berichten,
die ich entweder selbst als Bergsteiger gemacht habe, oder wie ich
sie von anderen Bergsteigern vermittelt bekommen habe. In den vielen
Sommern, die ich auf einer Alpenvereinshütte, dem Kaiserjochhaus,
verbracht habe, hatte ich die Möglichkeit mit vielen Bergsteigern
ins Gespräch zu kommen. Die mir wichtigsten Aspekte werde ich
darstellen.
Die wenigsten Bergsteiger denken darüber
nach, warum sie in die Berge gehen. Man findet sie schön, und
damit hat es sich. Es ist unbestritten, daß die Bergnatur
herrlich ist, daß viele Gipfel majestätisch erscheinen,
aber genauso ist es eine Tatsache, daß die Berge oft grausam,
verletzend, ja geradezu lebensfeindlich sein können. Deshalb
ähneln die Vorbereitungen zu einer Bergtour einem Kriegszug
auf Leben und Tod.
Man nimmt widerstandsfähige Kleidung mit
und zieht sich grobes, festes Schuhzeug an. Man schützt den
Körper mit Spezialcremes, man trägt Spezialbrillen und
rüstet sich mit allerlei waffenähnlichen Werkzeugen, wie
Pickel, Stöcke, Steigeisen, Helm oder Seil aus. Nur gut trainiert
und gut „bewaffnet“, hat man Aussicht auf Erfolg.
Warum nehmen unzählige Menschen des ausgehenden
20. Jahrhunderts solche Strapazen auf sich? Eine erste pauschale
Antwort könnte so lauten: Die Berge zwingen uns moderne Menschen
ganz anders zu leben, als wir im alltäglichen Dasein gewohnt
sind. Sie drängen uns geradezu eine andere Lebensgestaltung
auf. (vgl. Aufmuth, 1988, S 15ff)
Wie sieht diese andere Lebensgestaltung aus? Wie
verhalten sich die Menschen dort oben?
Auf einen Nenner gebracht, kann man sagen, dass
man Dinge macht, die man im alltäglichen Leben nicht tut. Tagsüber
verrichtet der Bergsteiger körperliche Schwerstarbeit, indem
er unzählige Höhenmeter überwindet. Der schwere Rucksack,
in dem sich die notwendigsten persönlichen Utensilien befinden,
erleichtert diese Arbeit nicht. Bei der Brotzeit im freien Gelände
wird mit den Fingern gegessen und aus schmutzigen Bechern getrunken.
Nach den Brotzeiten verliert so mancher seine Hemmungen und rülpst
mit Wohlbehagen. Fortbewegen, Essen, Trinken, ein Lager auf der
Hütte bekommen, diese banalen Dinge werden zum Lebensinhalt.
Aus eigenen Erfahrungen weiß ich zu berichten, daß es
manchmal auf den Hütten tatsächlich zu Kämpfen um
die Schlafplätze kommen kann. Die Bergsteiger, die sich auf
einer längeren Bergtour befinden, waschen sich mit eiskaltem
Wasser nur wenig oder gar nicht. Die verschwitzte Wäsche bleibt
oft tagelang auf dem dampfenden Leib. Nachts schläft man unter
Decken, die schon Hunderte mit ihrem Duft und Schweiß imprägniert
haben. Es gibt meist keine Einzel- oder Doppelzimmer. Als Schlafplatz
dient ein dunkles Massenlager, in das man sich bedenkenlos zwischen
fremde Menschen, egal welchen Geschlechts, hineinzwängt. Man
sagt auch zu jedem „du“, ohne sich darum zu kümmern,
wer da vor einem steht. Es werden Geschichten von Bergtouren erzählt,
das Wetter wird kritisch hinterfragt, über das Essen und das
Lager auf der Hütte wird gesprochen. Wenn der Gesprächsstoff
zu Ende geht wird Karten gespielt, es werden deftige Witze erzählt
oder es wird musiziert und gesungen.
Das Eigenartige an dieser Sache ist folgendes:
Ich habe auf dem Kaiserhochhaus Menschen kennengelernt, die drunten
im Tal nicht wiederzuerkennen waren. Diese Menschen fühlen
sich in den Bergen von vielen Zwängen, die sie von der Gesellschaft
auferlegt bekommen haben, befreit. Sie tun Sachen, die sie im Tal
niemals machen würden. Sie zeigen viel mehr Gefühle. Vieles
wird in den Bergen offen ausgesprochen, die Menschen sind viel zugänglicher
und freundlicher. Man könnte sogar sagen, daß viele Bergsteiger
eine Doppellexistenz führen: Sie führen ein kultiviertes
und normiertes Leben im Tal und ein wildes, freies Dasein im Gebirge.
Wobei die Existenz in den Bergen als unendlich beglückender
und intensiver wahrgenommen wird, als das alltägliche Sein.
Um wieviel gesteigerter das Leben auf den Bergen
wahrgenommen wird, das verpürt man erst wieder in vollem Ausmaß
aus der Perspektive des Alltags. Die Tage in den Bergen erscheinen
wie leuchtende Edelsteine in der Einöde des Wüstensandes.
Nur wenige Tage der Talexistenz hinterlassen ähnlich tiefe
Spuren.
Warum die Menschen in den Bergen glücklich
sind
Eines sei vorweggenommen: Es gibt nicht auf jede
Frage des Lebens eine eindeutige Antwort. Was daher die Frage des
„Warum“ betrifft, so kann diese nur allgemein beantwortet
werden, denn jeder Bergsteiger hat andere Motive, die ihn in die
Berge führen. Aus diesem Grund möchte ich aus der Vielfalt
der möglichen Motive eine bescheidene Auswahl darlegen, die
auf keinen Fall Vollständigkeit für sich beansprucht.
Zu dieser Grundsatzfrage kommt es, weil das Bergsteigen
nicht nur als sportliche Betätigung gesehen werden kann, sondern
weil das Bergsteigen auch einen geistigen Hintergrund hat. Allein
die Tatsache, dass die Frage nach dem Sinn und Zweck des Bergsteigens
nie verstummt, beweist, dass dem so ist. Immer wieder findet man
in alpinistischer Literatur Bemühungen das Phänomen „Bergsteigen“
zu erklären.
Physische Erfahrungen beim Bergsteigen
Das Alltagsleben in unserer modernen Leistungsgesellschaft
bringt Mangel-erscheinungen mit sich. Die Verkümmerung des
Ich-Erlebens betrifft vor allem auch das körperliche Erleben.
Oft nehmen wir im Alltagsleben gar nicht mehr wahr, dass wir einen
Körper haben. Denn dieser ist für die Bewältigung
unseres Lebens ziemlich unwichtig geworden. Am ehesten nehmen wir
ihn wahr, wenn er nicht richtig funktioniert, wenn wir krank sind.
Die Erfahrungen, dass mit unserem Körper vielfältige glückhafte
Empfindungen verbunden sind, beschränken sich heutzutage meist
auf die Sexualität, die in der Öffentlichkeit einen hohen
Stellenwert besitzt. Diese Betonung der Sexualität beweist
den Mangel an positiven Körpererfahrung. Die Verkümmerung
von positiven Körpererfahrung ist vor allem darauf zurückzuführen,
dass die körperliche Kraft und Geschicklichkeit seit der Industriellen
Revolution ständig an Bedeutung verloren haben. Dort, wo körperlicher
Einsatz auch heute noch gefragt ist, verkommen diese Bewegungen
oft in der Monotonie der Ausführungen. Man denke nur an die
Arbeit an einem Fließband. Immer mehr rückt der Intellekt
im Berufsleben in den Vordergrund, in vielen Berufen würde
ein auf Kopf und Finger reduzierter Körper seine Funktion erfüllen.
Ebenso verlieren ganz normale Dinge, wie Essen, Schlafen, Sich-Bewegen
ihren lustvollen Charakter. Der unter Zeitdruck stehende Mensch,
entfremdet sich damit von großartigen Erlebnismöglichkeiten
unseres Daseins.
Das Bergsteigen bietet uns Möglichkeiten
an, diese Defizite im Körpererleben zu kompensieren:
Die Anstrengungen des Bergsteigens bereiten einem
trainierten Körper ein Wohlbefinden. Das Gefühl intensivster
Lebendigkeit, Beschwingtheit und körperlicher Stärke erfährt
der Bergsteiger beim stetigen Höhersteigen im Gebirge ganz
besonders. Paul Hübel beschreibt in seinem alpinen Bestseller
der zwanziger Jahre „Führerlose Gipfelfahrten“
dieses Gefühl so: „Weit dehnte sich die Brust im würzigen
Hauch der erwachenden Wiesenhänge, die Muskeln strafften sich
im kühl belebenden Morgenwind...“ (Hübel, 1949,
S 45)
Dieses herrliche Gefühl souveräner Kraft
ist vergleichbar mit dem Lebensgefühl eines wilden Tieres.
Unsere zivilisierte Welt, die sich auf Bürostühlen und
Autositzen abspielt, hat einen Teil der menschlichen Animalität
fast schon zum Erlöschen gebracht. (vgl. Aufmuth, 1988, S22)
Die oft ungeheuren Anstrengungen beim Bergsteigen
stellen einem Kampf mit der Natur und mit sich selbst dar. Dabei
können wir „voll zuschlagen“, denn der Berg wird
unsere Kraft und Wut, die wir ihm entgegenstellen, schlucken. Sich
bei einer Bergtour zu überwinden erfordert unheimliches Durchhaltevermögen
und ist oft mit Schinderei verbunden, doch ungleich größer
ist die Befriedigung diesen Kampf zu gewinnen und als Lohn, den
Gipfelsieg davonzutragen.
Andere Varianten von Körperfreuden sind das
Essen, Trinken und Schlafen in den Bergen. Wenn man von den Strapazen
einer Bergtour gezeichnet, müde und ausgelaugt an eine Hütte
kommt, wie gut schmeckt da der erste Schluck eines kalten Bieres.
Wie ein Wunder lässt der bodenlose Appetit die einfachste Hausmannskost,
serviert auf einen soliden Hüttentisch, zum vorzüglichsten
Mahl werden. Den ganzen Körper durchströmt ein Wonnegefühl,
man spürt, was es heißt, das Leben zu genießen.
Jeder Schluck, jeder Bissen ist Lebenslust, die man mit allen Sinnen
erfährt. Nicht umsonst kenne ich viele Bergsteiger, die auch
des Essens wegen immer wieder auf das
Kaiserjochhaus kommen. Gewiss, meine Mutter ist
eine ausgezeichnete Köchin, doch die gleich zubereitete Mahlzeit
würde im Tal nur halb so gut schmecken.
Auch der Schlaf wird nach einer anstrengenden
Bergtour zur Wohltat. Anstelle der nervösen Abgespanntheit
nach einem Arbeitstag tritt eine solide Erschöpfung, die uns
einen wohltuenden Tiefschlaf beschert.
Viele dieser trivialen Dingen empfinden wir in
den Bergen als intensive Körperfreuden. Dadurch wird das recht
karge und entbehrungsreiche Leben in den Bergen zu einem Dasein
voll von Sinnesgenüssen. Unendlich reicher empfinden wir es,
als das Alltagsleben mit schön kreierten Menüs, weichen
Federbetten und klimatisierten Räumen.
Oft bemühen sich Bergsteiger ihr Tun folgendermaßen
zu begründen: Sie verherrlichen die Naturschönheiten,
schwören auf die Bergkameradschaft, streben nach Freiheit,
fühlen sich ihrem Abenteuerdrang verpflichtet usw. Vielfach
herrscht die Meinung vor, dass die Bergsteigerei „geistigen“
Zwecken zu dienen habe. Das mag schon stimmen, aber die überzeugendsten
und naheliegendsten Begründungen sind: Die Freuden des Körpers.
Freilich widerstrebt es vielen Bergsteigern, solche Gründe
zu nennen, weil ihnen diese als zu „primitiv“ erscheinen.
Diese Aspekte der Selbsterfahrung anzuerkennen,
fällt vielen Alpinisten schwer, weil unser modernes Persönlichkeitsbild
den kreatürlichsten Empfindungen viel zuwenig Bedeutung beimisst.
(vgl. Aufmuth, 1988, S 30f)
Psychische Erfahrungen beim Bergsteigen
Das Bergsteigen gleicht nicht nur körperliche
Erlebnisdefizite aus, sondern auch geistige Defizite. Besonders
im Bereich der sozialen Kontakte kann das Bergsteigen sehr fruchtend
wirken. Die viel zitierte „Bergkameradschaft“ ist in
der Tat etwas Besonderes. Aber was macht sie so besonders?
Erstens haben Bergkameraden dasselbe Ziel: Die
Route, den Gipfel, den Klettersteig oder den Höhenweg zu meistern.
Zweitens verbringen sie beinahe den ganzen Tag miteinander. Diese
beiden Punkte führen zu einer Verbindung, auch im Denken und
Handeln. Daraus ergibt sich ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl,
besonders spürbar wird dieses Gefühl bei brenzligen Situationen,
die vor allem beim Klettern oder beim Schitourengehen in Verbindung
mit unsicheren Schneeverhältnissen auftreten können. Beim
Bergkameraden steht vor allem der Charakter im Vordergrund, soziale
Rollen und Statusfaktoren spielen keine Rolle. Titel, Berufsposition,
Besitz, Herkunft sind zu vernachlässigen. Man schaut darauf,
wie sich die Bergsteigerkollegen verhalten, man sieht und erlebt
seine Kameraden, ohne dass dabei viele Worte fallen müssen.
Um das Gesagte zu veranschaulichen, möchte ich persönliche
Erlebnisse, wie ich sie schon oft bei Berg- und Schitouren erlebt
habe, darstellen:
Es ist mir schon öfters passiert, dass ich
neben bekannten Freunden auch völlig unbekannte Personen früh
am Morgen zu einer gemeinsamen Schitour getroffen habe. Angesichts
der frühen Morgenstunde, meist liegt noch das Dunkel der Nacht
über dem Tal, ist man nicht besonders gesprächig. Trotzdem
entwickelt sich, nachdem man seine Schier angeschnallt und jeder
für sich seinen eigenen Schritt gefunden hat, ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl.
Dieses Verbundensein, ohne zu wissen, was oder wie der Fremde sonst
im alltäglichen Leben ist, erscheint mir immer wieder wie ein
kleines Wunder. In diesen Stunden des Dahingehens bin ich ganz für
mich. Ich bin für mich, und ich bin doch nicht allein. Ich
sehe zwar vor mir oder hinter mir die anderen, und sie sehen mich,
aber trotzdem ist man sehr ungestört. Es beglückt mich
unheimlich, nicht allein zu sein und gleichzeitig zu wissen, dass
ich die nächsten Stunden der Gehzeit ganz für mich und
meine Gedanken habe. Es ist eine Art Befreiung, wenn sich im Verlauf
schwerer Touren Grübel- und Denkzwänge auflösen,
und der Kopf einem Denken in großen Bögen und Bewegungen
folgen kann. Willi Köhler schreibt in seinem Aufsatz „Die
Psyche der Be(rg)steiger“ (1988, S 36) zu diesen verordneten
Qualen folgendes: „Anstrengendes Bergsteigen scheint geradezu
ein Therapeutikum gegen Denkzwänge zu sein. Vielleicht ist
dies mit ein Grund dafür, dass Schriftsteller, Wissenschaftler,
vor allem Philosophen sich zum Gebirge hingezogen fühlen.
Friedrich Nietzsche und Siegmund Freud, beide
versierte Bergsteiger, mögen als Beispiele dienen.“
Meist kommt es bei Schitouren erst bei der Gipfelrast
zu ersten Gesprächen. Man spricht dann auch mit den Fremden
und glaubt, dass man sie, durch die gemeinsame Zeit des Aufstiegs
verbunden, schon lange Zeit kennt. Sie sind keine Fremden mehr.
Die sozialen Beziehungen im Alltag hingegen werden
von feststehenden Normen und Ritualen bestimmt. Man begegnet einander
nicht als Individuen, sondern als Ausführende allgemeiner Verhaltensregeln.
Man macht das, „was sich gehört“. Oft verschwindet
das persönliche Ich hinter den Fassaden des „richtigen“
Benehmens. Jeder weiß, wie er sich in bestimmten Situationen
zu verhalten hat. Es gibt ein Benehmen für Zuhause, eines für
die Schule, eines unter Freunden, eines im Beruf usw. Der Sozialwissenschaftler
Ulrich Aufmuth beschreibt die Wirkungsweise der Verhaltensrollen
so:
„....sie wirken jedoch bis in den privaten
Raum der Familie hinein. Nicht einmal in der intensiven menschlichen
Gruppierung sind wir frei von der Zwangsjacke der sozialen Rollen,
selbst hier wird Gemeinsamkeit und Nähe erschwert durch funktionale
Segmentierung der Lebenswelten. Das Bergsteigen in Gemeinschaft
mit Gleichgesinnten bildet eine ebenso einfache wie wirkungsvolle
Möglichkeit, die gesellschaftsspezifischen Tendenzen zur seelischen
Isolierung zeitenweise zu kompensieren.“ (Aufmuth, 1988, S
37)
Das Bergsteigen gleicht aber auch Defizite im
Bereich des Leistungsbewusstseins aus. Für immer mehr Arbeitnehmer
wird das Produkt ihrer Arbeit immer ungreifbarer und unsichtbarer.
Bei vielen Schreibtisch- und „Kopfberufen“ zeigt sich
das Ergebnis eines arbeitsintensiven Tages nur in Berichtbögen,
Zahlenkolonnen und Bilanzen. In vielen Berufen, die mit Kontrolltätigkeiten
verbunden sind, zeigt sich überhaupt kein sichtbares Arbeitsergebnis.
In der differenzierten Arbeitswelt ist der Beitrag des Einzelnen
zum Ganzen kaum mehr erkennbar. Das Ergebnis eines Tagwerks, das
sich im buchstäblichen Sinne „sehen lassen“ kann,
gibt es nur mehr für die wenigsten Menschen.
Das Gefühl, dass Leistung erbracht worden
ist, müssen wir uns heute immer öfter außerhalb
des Alltags suchen. Meist finden wir es in unserer Freizeit- oder
Urlaubsbeschäftigung. Das Hobby Bergsteigen vermittelt unweigerlich
ein Leistungsbewusstsein. Bergsteigerische Leistung findet ihren
direkten Niederschlag in Form von zurückgelegten Strecken und
erklommenen Gipfeln. Nicht zuletzt ist diese Leistung auch intensiv
spürbar.
Für viele Menschen unserer Gesellschaft bildet
das Bergsteigen ein bevorzugtes Leistungsfeld, weil die Voraussetzungen
für bergsteigerisches Leisten nicht allzu groß sind.
Die wichtigsten Voraussetzungen sind: Ein gesunder Körper,
wache Sinne und einwenig grundlegendes Wissen. Mit diesen einfachen
Fähigkeiten sind wir in der Lage, enormes Leistungsbewusstsein
zu empfinden. Im Gegensatz dazu erfordert der Beruf einen viel größeren
Aufwand an Wissen und Können, ohne aber zu einem vergleichsweisen
ebenso starken Leistungsbewusstsein zu führen.
Der Lechtaler Höhenweg bietet die Möglichkeit
für jeden Bergsteiger diese physischen und psychischen Erfahrungen
am eigenen Körper und Geist zu erfahren.
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